Schülerrat

„Die Partizipationskultur an einer Schule kennzeichnet, das zeigt die Bedeutung der Dimension des Schulklimas in vielen Analysen, ganz wesentlich die schulischen Umgangsformen. Schulen, an denen die Gremien der Schülervertretung aus Sicht der Schüler eine große Bedeutung haben, sind weniger durch Ausländerfeindlichkeit und Gewalt belastet, als Schulen, an denen diese Gremien aus Sicht der Jugendlichen keinen wirklichen Einfluss haben. Auch die Schulfreude ist an Schulen höher, in denen eine hohe Partizipationskultur gepflegt wird. Man geht lieber an Orte und zu Veranstaltungen, über deren Gestaltung man mitbestimmen kann.“1

Demokratische Schulen sind durch eine lebhafte Alltagskultur der Beteiligung und Mitsprache auf möglichst zahlreichen schulischen und unterrichtlichen Feldern gekennzeichnet – im Unterricht und auf dem Pausenhof, in den Gremien der Lehrer- und Elternschaft und in der Schülervertretung.

Die Kinder lernen ihre Angelegenheiten selbstverantwortlich zu regeln. Das führt zu einer Stärkung des Selbstbewusstseins, sie lernen miteinander zu kommunizieren, ihre Meinung zu vertreten und zu begründen.

Jedes Kind ist ein wichtiges Mitglied seiner Klassengemeinschaft, in der eine Gesprächskultur entwickelt wird, Regeln besprochen und gesetzt und Achtung und Verständnis und Toleranz gelernt werden. Wir wollen grundsätzlich das Gemeinschaftsgefühl stärken, eine Gesprächskultur schaffen und demokratische Strukturen entwickeln. Ein Baustein, um diese Ziele zu erreichen, ist der Klassenrat, der in der Regel Freitagmittag in allen Klassen stattfindet. Die Schülerinnen und Schüler reflektieren die Ereignisse und Lerninhalte der vergangenen Woche, diskutieren, beraten und entscheiden über aktuelle Probleme, über die Regeln und Grundsätze ihres Zusammenlebens, berichten aus dem Schülerrat und entwickeln Themen für den Schülerrat. Gegenstand der Klassenratsthemen sind nicht die Konflikte einzelner Schülerinnen und Schüler. Es werden gemeinsame Aktivitäten geplant wie Ausflüge, Klassenfahrten. Die Schülerinnen und Schüler werden in die Planung von Unterrichtsinhalten und Projekten und in die Gestaltung ihres Klassenraumes einbezogen.

Unser Schülerrat trifft sich seit Mitte des Schuljahres 2005 / 2006 regelmäßig unter der Leitung unserer Kollegin Heike Dormeier. Die Kinder beraten über viele Bereiche des Schullebens. Das kann die Gestaltung des Schulhofes sein, die Sauberkeit der Schule, das Stillekonzept oder das Projekt im Frühjahr.

Folgende Regeln haben sich bisher entwickelt und bewährt:

  • Treffen aller Klassensprecher aus allen 16 Klassen je ein Mädchen und ein Junge
  • Vier Schulsprecher, zwei Mädchen und zwei Jungen
  • Treffen der Schulsprecher einmal wöchentlich
  • Der Schülerrat trifft sich alle 4 Wochen, d.h. jeweils mindestens zweimal zwischen den Ferien
  • Abwechselnde Leitung durch Schüler
  • Protokoll schreibt eine Schülerin oder ein Schüler der 4.Klasse
  • Kommunikation: Protokoll an alle Klassen, GTS / Hort, Elternrat, Schülerrat – Infobrett, Ordner Schülerrat

Ziele für die Stabilisierung der Schülerdemokratie:

  • Festigung des Klassenrates als Basis für Schülerrats-Diskussionen
  • Weiterentwicklung der Mitbestimmungskultur und Verantwortung innerhalb des Schullebens
  • Ausweitung der Aufgaben und Mitbestimmungsmöglichkeiten

Erfolge bisher:

  • Kommunikation über die Gesamtkonferenz und Protokolle
  • Einführung der Lesepause
  • Einführung und Ausleihe von Hofspielzeug durch die Schülerinnen und Schüler
  • Streitschlichter AG ab Schulhalbjahr 2007/2008
  • Mitbestimmung bei vielen Einzelentscheidungen (Schulfestplakate, Klettergerüst, Pausenregeln, Programm Fasching, …)
  • Einsatz der Streitschlichter als Pausenhelfer
  • Offene Turnhalle in den Pausen
  • Elternlotsen
  • Mitbestimmung bei Projektwochen, Schulfesten, Umgang mit den Tretrollern etc.

1 Aus: Handlungsempfehlungen für die Schule. Ergebnisbericht aus dem Forschungsprojekt „Jugend und Demokratie in Sachsen-Anhalt. http://wcms.uzi.uni-halle.de/download.php?down=997&elem=1010666
Aufgerufen am: 17.12.13.